Brunnenhof

Neugestaltung des Brunnenhofs in Mönchengladbach

Nach der Grundsanierung des Münsters, insbesondere der beschädigten Fassaden und des Dachgebälks, hat der Münster-Bauverein die Gesamtentwicklung des Münsterbaukomplexes und seiner Umgebung ins Auge gefasst und das Architektenbüro Mirazon-Hahn in diesem Sinne mit der Erstellung eines „Masterplan Münster“ beauftragt.

Die Arbeiten sind inzwischen so weit gediehen, dass die erste Etappe des Masterplans derzeit von dem Architektenbüro umgesetzt wird und wohl bis Ende April abgeschlossen sein wird. Dabei geht es um die Aufstellung von wichtigen Exponaten in der gotischen Sakristei, in der Krypta, im Altarraum und an anderen Stellen des Kirchenraumes.

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Gegenstand der zweiten Etappe ist der sogenannte „Brunnenhof“: Dabei geht es um den alten Klosterhof mit Kreuzgang: Der Münster-Bauverein will dabei helfen, diesen historisch sehr bedeutsamen und städtebaulich zentralen Ort unserer Stadt für die Öffentlichkeit zugänglich und erlebbar zu machen. Dazu gehört auch, der Würde des Ortes – es handelt sich eben um einen ehemaligen Klosterhof – Rechnung zu tragen, etwa durch geregelte Öffnungszeiten nach dem Vorbild des Abteigartens. Den Ideen des Münster-Masterplans und unseren eigenen Vorstellungen folgend sollte dieser ehemals sakrale Raum seinen meditativen Charakter behalten und überhaupt erst profilieren.

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Dabei gehen wir davon aus, dass eine großangelegte bauliche Umgestaltung, etwa im Sinne einer Restaurierung dieser spätmittelalterlich bis barocken Bauanlage, schon an den finanziellen Voraussetzungen scheitert. Der Masterplan sieht daher eine eher zitierende Art der Ausführung vor, d.h. ehemals existierende Bauelemente sollten gleichsam durch behutsame Hinweise in den Blick gestellt werden. Gleichzeitig soll der Blick und das Raumerlebnis geöffnet werden für den Gesamtzusammenhang dieses Raumes: Der gesamte Bereich gliederte sich früher, zusammen mit dem heutigen Hof des Rathauses in drei Teilräume. Diese Dreiteiligkeit sollte wieder hergestellt werden – einmal durch eine Öffnung des Klosterhofes zum Innenhof Rathauses und mit der Öffnung des Klosterhofs zum südlichen Bereich hin. Somit würde ein historisch vorgegebener Tatbestand wieder angedeutet, die Verbindung des Klosterhofes mit dem späteren Ehrenhof, dem Cour d’Honneur →. Außerdem sollte etwa eine Säulenkolonade o.ä. die ehemalige Zweiteilung des Klosterhofes wieder optisch ins Bewusstsein heben, wobei der östliche Teil evtl. auch abgesenkt werden könnte. In jedem Fall sollten beide Teile, auch wenn sie nur angedeutet getrennt sind, als solche räumlich erfahrbar sein.

Gedacht ist auch an eine Öffnung des Münsters an seiner Nordseite, etwa in Höhe der Kolonnadenreihe. Vor allem müsste der Vorbau an der nordöstlichen Seite des Münsters, der noch aus den fünfziger Jahren stammt, deutlich umgestaltet werden, in dem Sinne, dass die eigentliche Kirchenmauer wieder in das Raumerleben gehoben wird.

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Der gesamte Innenraum des Klosterhofes muss gartenarchitektonisch neu durchdacht werden; dazu gehört eine ansprechende Bepflanzung ebenso wie ein durchdachtes Konzept hinsichtlich des Baumbestandes, derzeit versperren die Bäume, besonders im Sommer, den Blick auf alle wichtigen Gebäudeteile.