Chronik

Chronik des Münsterbaus

900

  • 974 – 1802 Mönche leben in dem Kloster nach den Regeln des Hl. Bendikt
  • 974 Mönche stecken den Boden des Kreuzganges mit ihrem mitgetragenen Kreuzstab ab.
  • 974 – 1275 Entstehung der Münsterkirche

1000

  • 1050 Abt Heinrich lässt die Vitusglocke gießen, die älteste beschriftete Glocke Deutschlands; 1150 unter Abt Everwin umgegossen

1100

  • ca. 1100 Entstehung der Krypta
  • 1150 Umgießung der Glocke, vergrößert. Sie war zwar trotzdem klein, war aber inm Deutschland bekannt, da sie in der beliebten Rundfunksendung „Glocken läuten das neue Jahr ein“ den Anfang machte. In Gladbach hatte sie wegen des leicht bellenden Klangs den Namen „De Honk“
  • um 1160 Entstehung des Tragaltars

1200

  • 1256 – 1298 Abt Dietrich (Das noch erhaltene Elfenbeinkästchen dient der Aufbewahrung der Reliquien)
  • 1275 Der Sakristei-Flügel wird gleichzeitig mit dem Chor durch Meister Gerhard von Riehl errichtet
  • 28.4.1275 Albertus Magnus weiht das Münster ein (Chorraum, Altäre und Sakristei fertig)

1300

  • 13. Jh Bibelfenster
  • 13. Jh. Auf Strebepfeiler des gotischen Chores in Höhe des Dachansatzes werden Fialen aufgesetzt (gotische Türmchen mit Spitzhelmen und  Kreuzblumen), wurden im 19.Jh. Durch Imitationen ersetzt. Entstehung des Bibelfensters: 14 Scheiben mit Szenen aus dem AT solc hen aus dem NT gegenübergesetzt Entstehung des Chorraumes unter Leitung des Kölner Dombaumeisters Gerhard (Magister Gerardus, lapicida de summo)

1500

  • 1511 Abt Ägidius von Bocholtz schließt sich dem Bursfelder Reformverband an (Abwehr         gegen das Vordringen der neuen Lehre)
  • 1577 Fußboden der Sakristei

1600

  • 1643 Der frühgotische Lettner wird abgetragen.(opere firmissimum et elegante aedificatum), ebenso das gotische Retabel des Hochaltars (Ausdruck des neuen gegenreformatorischen Geistes, im Sinne des Barock). Das neue barocke Inventar fügte sich nicht in den gotischen Raum.
  • 1693 Entstehung der Glocke, die heute im Kreuzgang steht

1700

  • 1749 Aufbringung der Barockhaube
  • 1794 Goldschmiedeschatz und Bibliothek (einer der größten im Rheinland, MG hatte ein eigenes Skriptorium, Blütezeit: 2. Hälfte 12. Jh. unter den Bänden einige 1462 in Mainz entstandene Fust Bibeln. In Gladbach blieben ein mit Federzeichnungen geschmücktes Missale aus der 2. Hälfte des 12. Jh und das geschichtlich sehr aufschlussreiche Totenbuch der Abtei) werden Opfer der französischen Revolutionsheere, mit dem Tafelsilber der Abtei eingeschmolzen. (209,5 Pfund Silber). Erhalten bleibt das Elfenbeinkästchen unbekannter Herkunft, der Tragaltar, (um 1160 entstanden)

1800

  • 11.10.1802 Im Zuge der Säkularisierung wird die Benediktiner Abtei St. Vitus in „Nationaleigentum“ überführt. Maire Obergeburth und Jan Paulsen und der letzte Abt und spätere Pfarrer von Gladbach Cornelius Kirchrath  wehren sich erfolgreich gegen den Abriss.
  • 1804 Nach Aufhebung des Klosters wird das Münster geschlossen und zum Abbruch bestimmt. Es wird der Pfarre Gladbach durch Dekret des Bischofs Marcus Antonius Berdolt von Aachen als „Hilfs- und Annexkapelle der Pfarre zugewiesen.
  • 1843 Der Konservator der Kunstdenkmäler in Preußen stellt schwerste Schäden am Münster fest, die eine umgehende Sanierung erfordern. Daher versuchte man den Tragaltar zu veräußern für 2100 Taler, um das Geld für die Restauriertung zusammenzubekommen.
  • 14.3.1843 Das Generalvikariat verhindert den Verkauf des Tragaltars
  • 1857 – 1862 Das barocke Inventar wird so gut wie ganz entfernt. (Erhalten blieben einige plastische Werke des 15. und 16. Jh: „Mutter Gottes in der Kluft“ (Krypta), Gruppe der Anna Selbdritt, Plastik der Hl. Apollonia (Flandern), die Plastiken der Hl. Barbara und Katharina spätes 16. Jh.). Epithaphien, Grabplatten und Gemälde sind aus dem 17. und 18.
  • 1857 – 1862 Grundlegende Wiederherstellung durch den Kölner Architekten Vinzenz Statz: Beseitigung der Barockhaube, Erhöhung des Westturmes, Abbruch des Dachreiters, Beseitigung aller nachmittelalterlichen Ausstattungsstücke. Mittelalterliche Bausubstanz bleibt erhalten.
  • 1892 Das vierte  Geschoss wird errichtet

1900

  • um 1900 Aufschüttung des Martinschores auf die Höhe des Hochchors
  • 1930 Einlassung der ältesten Epitaphien in der Wand des nördlichen Seitenschiffes
  • 30./31.8.1943 Bombardierung von MG
  • 10./11.9.1944 erneute Bombardierung von MG, alle 3 Glocken zerstört.
  • 1.3.1945 9. US-Armee nimmt MG kampflos ein.
  • 8.5.1945 23.01 Uhr Waffenstillstand
  • 1946 Die Militärregierung nimmt das Münster in die vordringlich zu restaurierenden Baudenkmäler auf.
  • 1946/47 Gründung des Münster-Bauvereins im Haus Elfes Mozartstraße 22
  • 29.1.1947 Gründung des MBV
  • 1950 Tausendjahrfeier der Stadt. Erster feierlicher Gottesdienst im Münster. Man nimmt an, dass Gladbach um 1350 die Stadtrechte bekommen hatte.
  • 18.6.1950 Fest des Hl.Vitus: Abt Sr. Ildefons Schulte-Strathaus aus der Benediktiner Abtei Siegburg feiert ein feierliches Pontifikalamt am Hochaltar im Münster.
  • 1951 Heiligtumsfahrt
  • 1951 – 1957 eigentliche Wiederherstellungsarbeiten (Turm, Langhauswäne, Gesimse, Außenwände am Westwerk)
  • 1953 Ab Weihnachten wieder regelmäßige Gottesdienste im Münster
  • 1953 Neueinwölbung der Seitenschiffe und Nebenkapellen. Gewölbe von Chor und Langhaus wiederhergestellt
  • 1953/54 Kath. Hauptpfarre überträgt der Stadt das Eigentum an dem Friedhofsgelände im Austausch gegen das Brunnenhofgelände. Mit dem Wertausgleich, den die Stadt zahlt, setzt die Hauptpfarre in die Lage, die Baupläne im Osttrakt zu realisieren.
  • 1954 Gewölbe der Krypta wiederhergestellt.
  • 1955 farbige Neuverglasung der Fenster
  • 1956 Verglasung des Chorfensters (seit 1950: Notverglasung): Wilhelm Geyer. Daan Wildschut schafft die Obergadenfenster.
  • 1957 Mataré schafft den neuen Hochaltar (Am Vorabend des Vitusfestes 1958 eingeweiht), geweiht dem Hl. Geist und dem Hl. Vitus. Anwesend Weihbischof Dr. Wilhelm Hünermann, Aachen; Abt Bonifatius Becker, Kornelimünster, Dr. Ildephons Schulte- Strathaus, Siegburg)
  • 1958 An Weihnachten werden die Engel-Fialen mit ihren Posaunen und Weihrauchfässern auf den Strebepfeilern des Münsterchors (aus dem MA, im 19.Jh. Ersetzt) eingeweiht (Künstler: Peter Haak)
  • 1958 Heiligtumsfahrt: Weihe des Altars von Mataré, Chorfenster von Wilhelm Geyer, Obergadenfenster von Daan Wildschut
  • 1958/59 Die Aufschüttung des Martinschors wird beseitigt, um die neue Sakristei und die Schatzkammer an das Münster anzuschließen.
  • 21.6.1959 Feierliche Eröffnung der Ausstellung „Das Münster zu M.Gladbach Münsterschätze – alte und neue Textilkunst“ (Oberlack, S. 46). Die Ausstellung dauert bis zum 31.7.1950.
  • 1960 Verglasung der Fenster des Martinschores (W. Geyer), Wiederherstellung der Abtskapelle.
  • 1961 Orgel von 44 Registern (J. Von Glatter-Götz), Rieger Orgelbau
  • 1965 Neues Geläut: drei große und sieben kleine Glocken Neue Verglasung des Kleeblattfensters des nördlichen Seitenschiffs (Geyer)
  • 18.6.1965 Einweihung der Kombination von drei schweren und sieben leichten Glocken. Bei der Auswahl der Glocken musste die relativ niedrige Höhe des Turms und die Statik bedacht werden. (Glockengießerei Mabilon in Saarburg. Die Glockdn sind getauft auf Sankt Vitus, den Heiligen Geist, Gottesmutter Maria, Erzengel Michael, Johannes den Täufer, Petrus und Paulus, Hl. Benedikt, Ertzmärtyrer Stephanus, Hl. Martin. Einweihung durch Probst Kauff auf dem Münsterplatz, wo die Glocken aufgestellt waren.
  • 12.2.1967 Tod von Heinrich Overlack, Mitbegründer und 2. Voesitzender
  • 1972 Karfreitag: Beuys schreibt EXIT an das Westportal
  • 1973 Prof. Elmar Hillebrand: Ausführung des Hängekreuzes
  • 1974 Jahrtausendfeier der Gründung der Abtei
  • 1974 Wandteppiche für den Hochchor (Prof. Heerich), Südportal und Taufbeckenabdeckung (Franz Gutmann)
  • 1974 Papst Paul VI erhebt das Münster zur Basilica minor „ad perpetuam rei memoriam“, zum ewigen Angedenken (Erhebungsurkunde in der Sakristei
  • 1976 können die Fenster der Südseite eingebaut werden (Wilhelm Buschulte), ebenso die Südtüre (Franz Gutmann)
  • 1981 Sakristeifenster (Hans Lünenborg)
  • 1985 Vier Kryptafenster werden eingesetzt (Prof. Meistermann)
  • 1986 Die restlichen drei Kryptafenster werden eingesetzt. Da die Krypta Maria geweiht ist, sind die Themen der Fenster: Morgenstern – Engel der Verkündigung – Verkündigungsgeschehen – Schmerzensmutter – Rose – Lilie – Begegnung Christi mit seiner Mutter auf dem Kreuzweg.
  • 1987 Heiligtumsfahrt
  • etwa 1987: Restaurierung der Steinretablen der Querschiffaltäre und der Madonnenfigur in der Krypta, Wiederherstellung einiger stark beschädigter Wasserspeier in der Chorhalle, Neufassung des Treppenaufgangs zum Hochchor, Neugestaltung des Stephanusaltares, Ausstattung der Apostelkapelle
  • 1990 Künstlerische Gestaltung des Treppenaufganggeländers am Altar durch Prof. Hillebrand
  • 1991 Aufstellung des Ambo (Hillebrand)
  • 1994 Aufstellung des Standleuchters und des Triumpfkreuzes (Hillebrand)
  • 1995? Benefizkonzert der beiden RC zugunsten der Münstersanierung
  • 16.11.1995 Wahl Dr. Heinz Oberlack zum Vorsitzenden des MBV